Phasenprüfer (auch einpoliger Spannungsprüfer oder umgangssprachlich „Lügenstift“ genannt) – werden schon seit Jahrzehnten als einfaches Prüfmittel verwendet. Nach geltender Norm sind diese aber zum feststellen der Spannungsfreiheit unzulässig.
Einpolige Phasenprüfer bestehen aus einem hochohmigen Widerstand im Bereich von 820 kΩ bis über 1 MΩ und einer Glimmlampe, die in einen Schraubendreher eingebaut sind. Sie sind sehr kostengünstig herzustellen und daher sehr weit verbreitet, vorallem bei Heimwerkern. Die Spitze des Phasenprüfers wird zur Messung an den zu prüfenden Leiter gehalten (z.B. in ein Loch der Steckdose). Das andere Ende des Schraubendrehers wird mit dem Finger berührt. Ist der geprüfte Kontakt der Außenleiter („Phase“), dann leuchtet die Glimmlampe auf. Der Stromkreis wird hier über den FInger und den Körper zur Erde geschlossen.
Durch den Vorwiderstand fließt maximal ein Strom von 0,5mA durch den Körper. Dieser ist für gesunde Menschen ungefährlich (ohne Herzschrittmacher oder andere Implantate).
- Hergestellt in Deutschland
- VDE/GS geprüft und zertifiziert - DIN VDE 0680-6 (VDE 0680-6):2021-08
Vom einpoligen Spannungsprüfer zum Phasenprüfer
Bis ins Jahr 2021 war der Phasenprüfer unter der Bezeichnung „einpoliger Spannungsprüfer“ in der Norm DIN VDE 0680-6:1977-04 genormt. Diese Norm wurde über 40 Jahre nicht angepasst. Mittlerweile wurde diese Norm aber überarbeitet. Dabei wollte man unter anderem den Umstand einbeziehen, dass ein einpoliger Spannungsprüfer nicht zum zuverlässigen prüfen auf Spannungsfreiheit nach VDE 0105-100 geeignet ist. In diesem Zuge hat man den „einpoligen Spannungsprüfer“ offiziell in „Phasenprüfer“ umgenannt. Diese Bezeichnung war schon früher umgangssprachlich gebräuchlich, wurde mit der neuen VDE 0680-6:2021-08 aber als Bezeichnung in die Norm aufgenommen.
Verlässlichkeit der Anzeige
Man sollte sich auf keinen Fall auf die Messung mit einem Phasenprüfer verlassen. Trotz anliegender Spannung kann es sein, dass die Glimmlampe gar nicht oder nur sehr schwach / kaum sichtbar leuchtet. Dies kann zum Beispiel bei einem höheren Übergangswiderstand der Finger liegen, an isolierenden Schuhen oder Böden. Es kann dann kein ausreichender Strom fließen und man wird fälschlicherweise denken es liegt keine Spannung an. Auch in IT-Systemen, in denen betriebsmäßig keine Erdung vorhanden ist werden Lügenstifte nichts anzeigen, trotz vorhandener Spannung.
Umgekehrt kann es vorkommen, dass die Glimmlampe leuchtet obwohl keine Spannung vorhanden ist. Dies kann durch kapazitive Einstreuung entstehen. Dabei entstehen im Leiter Spannungen durch parallel verlaufende stromführende Leitungen.
Die Bezeichnung Lügenstift hat sich der einpolige Phasenprüfer daher verdient, dass die Anzeige der Spannung sehr unzuverlässig ist. Es kann sowohl eine Spannung angezeigt werden die gar nicht vorhanden ist als auch eine Spannungsfreiheit vorgetäuscht werden obwohl eine lebensgefährliche Spannung anliegt. Nach VDE 0680-6:2021-08 und VDE 0105-100 dürfen einpolige Phasenprüfer nicht zum feststellen einer Spannungsfreiheit genutzt werden.
Weitere Informationen
- Geeignet für Elektrotechnik, Industrie, Instandhaltung, Service (Fehlersuche), Photovoltaik-/ Windkraftanlagen und Hybrid-Fahrzeugtechnik
- Spannungsmessbereich 1 V - 1000 V AC/ 1200 V DC / Spannungsanzeige ab 50 V auch bei leeren Batterien
- Geeignet für Elektrotechnik, Industrie, Instandhaltung, Service (Fehlersuche), Photovoltaik-/ Windkraftanlagen und Hybrid-Fahrzeugtechnik
- Spannungsmessbereich 12 V - 1000 V AC/DC
- Geeignet für Elektrotechnik, Industrie, Instandhaltung, Service (Fehlersuche), Photovoltaik-/ Windkraftanlagen und Hybrid-Fahrzeugtechnik
- Robuste Gehäuseausführung mit gummierter Grifffläche